I am Setsuna ist ein neues Rollenspiel von Square Enix, welches sich mit folgenden Worten zusammenfassen lässt: Retro, Chrono Trigger, Drama, Melancholie, Schnee. Spricht Euch ein Begriff an? Dann solltet Ihr definitiv einen genaueren Blick auf I am Setsuna für die PlayStation 4 und den PC werfen!
Tokyo RPG Factory, ein kleines Entwicklerstudio unter Square Enix, hat mit 10 engagierten Mitarbeitern und 20 fleißigen Freiberuflern das kleine Meisterwerk I am Setsuna kreiert. Es fühlt sich, wie ein RPG aus den 90er Jahren an und verbindet die Elemente erfolgreich mit der modernen Technologie. Kein Wunder! Früher wurden Games in solchen kleinen Teams entwickelt.
Der Originaltitel Ikenie to Yuki no Setsuna verrät mehr über die Handlungen im Spiel. Ikenie heißt übersetzt Opfer. Yuki heißt übersetzt Schnee und Setsuna steht für Kummer. Opfer, Schnee und Kummer fassen die Story gut zusammen, ohne viel zu verraten. Eine Protagonistin heißt Setsuna, weswegen bei uns der Titel „I am Setsuna“ gewählt wurde. Neben den zwei Bedeutungen für Setsuna gibt es noch eine dritte Bedeutung. Setsuna kann ebenfalls als „Moment der Zeit“ übersetzt werden und bezeichnet das Momentum System im Game, welches Setsuna Points (SP) nutzt.
Retro Klassiker
Gesteuert wird in der Vogel-Perspektive. Es gibt wie früher eine Weltkarte, Dörfer und Dungeons zu erkunden, ein Luftschiff und viele Items zu sammeln. Vom Kampfsystem orientiert es sich stark an Chrono Trigger und kann sogar als geistiger Nachfolger bezeichnet werden. Rennen wir in ein Monster, startet nahtlos ein Kampf, indem die Helden rundenbasierend angreifen. Die Runden basieren auf dem Active-Time-Battle-System, welches Square Soft früher in Final Fantasy genutzt hat. Hier läuft die Zeit weiter, während eine Auswahl getroffen wird. Als Fähigkeiten gibt es die „Techs“, die sogar genauso heißen, wie in Chrono Trigger.
Von der Story her ist „I am Setsuna“ mehr mit Final Fantasy X zu vergleichen. Die Heldin Setsuna muss sich opfern, um die miserable Welt zu retten. Dabei begibt sie sich mit ihren Wächtern auf eine Pilgerreise. Auf der langen Reise erfahren wir mehr über Setsuna und ihre Kameraden und lernen sie lieben – unter anderem ein gelassener Schwertkämpfer, ein energischer Magierjunge, eine Prinzessin und ein stiller Söldner. Jeder Charakter hat Probleme und eine traurige Vergangenheit. Die Bindung zu den Charakteren wurde dadurch immer mehr gestärkt. Der eigentliche Protagonist der Story ist der stille Söldner Endir, der nicht wirklich viel zu sagen hat (wer hätte das gedacht) und deswegen wirkt er eher langweilig.
Gibt es wirklich keinen anderen Weg für Setsuna als zu sterben?
Als Kritik muss festgehalten werden, dass die Gegenden und Dungeons häufig sehr ähnlich aussehen. Wegen dem Schnee! Wir betreten verschneite Ruinen, Gebirge und Dörfer und finden später noch verschneitere Ruinen, Gebirge und Dörfer. Andere Rollenspiele bieten hier Abwechslung mit fliegenden Städten, Wäldern oder Unterwasser-Dungeons. Dafür können wir lustige Muster im Schnee zurücklassen. Auch könnte das Kampfsystem besser sein. Wir sehen nicht die Reichweite unserer Angriffe und müssen im Kampf Fluxes, Momentum und Singularity beachten. Fluxes verstärken Spritnites, die benötigt werden, um „Techs“ zu benutzen. Momentum ist ein Angriff, der zeitlich korrekt ausgeführt werden muss, während Singularity ein zufälliger Komboeffekt ist. Manchmal passiert deswegen viel im Kampf, über das wir keinen Einfluss haben.
Fazit
I am Setsuna ist ein einzigartiges Spiel mit einer süßen und traurigen Story, atemberaubenden Soundtrack und Grafik und liebenswerten Charakteren mit Persönlichkeiten. Es verbindet Elemente aus Chrono Trigger und Final Fantasy X gut. Mit rund 20 Stunden Spielzeit ist das kleine Abenteuer von Tokyo RPG Factory für jeden JRPG-Fan ein Muss.
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