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Persona 5 - Review

Die Persona Spiele haben als eine Spin-Off Reihe zu Shin Megami Tensei angefangen und starteten ihren Erfolg in Europa mit Persona 3 in 2006 und Persona 4 in 2008. Seitdem sind einige Beat’em’Up und Tanzspiele zu der erfolgreichen Rollenspielreihe erschienen. Persona 5 tritt in die Fußstapfen der beiden Vorgänger und erschafft ein phänomenales Abenteuer mit Schattendämonen, Schulzeit und Beziehungen.

Das Game ist wirklich gut und bietet um die 100 Spielstunden, um es kurz zu fassen. Wir steuern einen Schüler, der neu in der Stadt ist und für ein Jahr die Schule besuchen wird. Nun haben wir dieses eine Jahr vor uns und können Tag für Tag die Aktivitäten planen. An den Tagen findet Schule statt, wir nehmen Nebensjobs an, machen neue Kontakte und pflegen Freundschaften. Ach natürlich schließen wir uns mit unseren Freunden zu einer Gruppe zusammen, um Schatten in einer anderen „Welt“ zu bekämpfen.

Story

Der Protagonist ist neu in der Stadt und muss dort ein Jahr lang seine Zeit verbringen, weil er auf Bewährung seine Strafe absitzen muss. Er hat einer Frau bei einem sexuellen Übergriff geholfen. Allerdings scheint die Frau in Verbindung mit einem mysteriösen Mann zu stehen, der großen politischen Einfluss hat. Deswegen sagt die Frau vor der Polizei leider gegen den Helden aus und ihn beschuldigt. Nun muss er ein Jahr ohne seine Familie und Freunde in einer anderen Stadt bei dem alten Mann Sojiro leben, der ein Auge auf ihn hat.

In der Schule erfahren wir von einer mysteriösen App, worauf wir eine alternative Dimension stolpern. Hier finden wir die Schule als magisches Schloss von Kamoshida wieder, der als König herrscht und die Schüler foltert und versklavt. Zusammen mit seinem Freund Ryuji schaffen wir es zu entkommen und beschließen Kamoshida aufzuhalten, bevor mehr Schüler zu Opfer fallen.

In der normalen Welt weiß Kamoshida nichts davon, weil in der anderen Dimension die Schattenversion von ihm agiert. Auch die gefolterten Schüler sind nur Projektionen des Unterbewusstseins der Schüler. Doch die Projektionen und die Gefühle der Schattenversion übertragen sich auf die Psyche der realen Menschen, wodurch die Menschen krank oder durch die Schattenversion sehr korrupt werden.

Um ein Schloss zu zerstören (es gibt mehrere), muss die kontrollierende Person gefunden und sein „Schatz“ gestohlen werden. Der Schatz ist meistens etwas, was das Motto des Schlosses repräsentiert und demnach wichtig für den Charakter ist.  Für die Aufgabe haben wir eine Deadline von meist 2-3 Wochen. Wird sie nicht eingehalten, heißt es Game Over. Deswegen ist gute Zeitplanung für das ganze Jahr nötig!

Nach Zerstörung des Schlosses schließen wir uns mit Ryuji, der Katze Morgana und der weiteren Freundin Ann zusammen, um die Diebesgruppe „Phantom Thieves“ zu gründen. Das Ziel ist es, die Schätze der korrupten Menschen zu stehlen, um die Schattenversionen zu vernichten und die Gesellschaft wieder zu normalisieren. Zum Ende werden alle Fäden zusammengezogen und der wahre Täter muss entlarvt werden. Insgesamt gibt es ein wahres Ending und drei Bad Endings. Werden am Ende falsche Entscheidungen getroffen, kann es zu einem der Bad ENdings führen. Es gibt nur einen richtigen Weg.

Persona fusionieren & Zeitmanagement

In den Schlössern wird mit Personas gekämpft. Persona sind spektrale Avatare der Helden, die ihre Fähigkeit wiederspiegeln. Nur der Protagonist kann mehrere Persona haben. So kann je nach Situation der passende Persona eingewechselt werden. Weiter können die Persona fusioniert werden, um stärkere zu erschaffen. Nach einem Kampf hat man die Chance einen neuen Persona zu erhalten. Die Persona haben jeweils einen Typ (Arcana genannt), der den Tarot-Karten (Chariot, Strength, Justice, Fool, etc.) entspricht.

Um allerdings die Personas wirklich stärker zu machen, sind Beziehungen wichtig. Für jeden Persona-Typ (Arcana) gibt es einen Charakter, mit dem eine Beziehung gepflegt werden kann. Wird die Beziehung vertieft, steigt das Level und damit der Bonus des jeweiligen Personas beim Fusionieren. Beispielsweise entspricht Ryuji dem Arcana „Chariot“ und würde damit alle Persona vom Arcana „Chariot“ verbessern.

Im Kampf ist es wichtig auf die Stärken und Schwächen zu achten. Jeder Schatten bzw. Charakter mit Persona hat eine Schwäche, die ausgenutzt werden sollte. Wurde die Schwäche getroffen und ist der Gegner zu Boden gegangen, kann der Charakter erneut angreifen. Werden die Schwächen richtig ausgenutzt, kann man endlose Kombos ausführen. Sind alle Gegner zu Boden gegangen, gibt es die Option, dass alle vier Charaktere einen gemeinsamen Komboangriff ausführen. Natürlich können auch Gegner unsere Schwächen ausnutzen und die Gruppe in einer Runde auslöschen. Bloß nicht unvorsichtig sein!

Um die Schwäche aufzuheben, gibt es Konterangriffe und Resistenzzauber, die nicht nur uns schützen, sondern Bosskämpfe zu echten Herausforderungen machen können. Bei jedem neuen Gegner muss erst durch Ausprobieren die Schwäche herausgefunden. Doch je weiter wir voranschreiten, desto besser werden unsere Strategie und das Vorhersehen, welche Schwäche die Gegner haben. Des Weiteren heißt es im Kampf Game Over, sobald der Protagonist besiegt wurde. Jeder andere Charakter kann wiederbelebt werden, nur der Held nicht. Das Prinzip wurde von den Vorgängern übernommen, obwohl es für viele Frustmomente sorgen kann.

In Persona 5 haben wir nur eine begrenzte Zeit. Die Schulzeit startet im April und läuft bis zum Dezember. An den meisten Tagen mit Schule gibt es die zwei Blöcke „After-School“ und „Evening“, in denen wir entscheiden müssen, ob wir im Dungeon leveln, neue Beziehungen für Persona aufbauen oder die Statuswerte (Stärke, Wissen, Durchhaltevermögen, etc.) mit Nebensjobs oder lernen erhöhen. Dazu muss noch beachtet werden, dass an einigen Tagen bestimmte Events stattfinden.

Die Beziehung werden mit „Social Link“ von Level 1 bis 10 bezeichnet, wobei 10 das Maximum ist. Mit jedem weiteren Level erfahren wir mehr von den Charakteren, wer sie sind und warum sie so handeln. Hier könnt Ihr Euch auch entscheiden mit einem Mädchen auf Maximum zusammenzukommen und mit ihr auszugehen. Die Charaktergestaltung und –entwicklung, selbst von Nebencharakteren, ist grandios. Selbst zum Ende hin kann man sich noch an die ersten Social Links von April erinnern, obwohl bereits über 100 Stunden gespielt wurden.

Keine Sorge. Ihr müsst nicht der perfekte Zeitmanager sein, um Spaß in Persona 5 zu haben. Meistens gibt das Spiel Hinweise, wenn ein Event stattfindet oder Freunde laden Euch ein, mit Ihnen Zeit zu verbringen. Solange Ihr die Zeit für eine der genannten Sachen nutzt, kann nicht viel falsch gemacht werden. Um alle Kontakte auf Maximum zu bekommen, ist wahrscheinlich ein zweiter oder dritter Durchgang nötig, wenn Ihr keiner Komplettlösung folgt.  Auch bei den Entscheidungen zum wahren Ending kann selbst im ersten Durchgang nicht falsch gemacht werden. Ihr werdet womöglich das wahre Ending erreichen, ohne zu wissen, dass es weitere Bad Endings gegeben hätte.

Fazit

Persona 5 ist eine sehr gute Fortsetzung zu den Vorgängern mit zahlreichen Verbesserungen. Die Dungeon mache mehr Spaß und im Kampfsystem gibt es mehr Optionen. Die Mischung von der Schulzeit mit Beziehungen und dem Erkunden der Dungeon in einem straffen Zeitplan macht das RPG zu einem grandiosen Erlebnis und Herausforderung.

ProKontra
  • Fesselnde Story
  1. Zeitmanaging und Dungeon-Crawling ist nicht für jedermann
  • Simples und sehr gutes Kampfsystem
 
  • Unvergessliche Charaktere mit guter Charakterentwicklung
 
  • Zeitmanagement mit vielen Optionen & Beziehungen
 
  • Sehr guter Soundtrack
 

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