Review: Digitale Cyberverbrechen mit Digimon Story Cyber Sleuth

Mit Digimon Story Cyber Sleuth erscheint ein großartiges Cyber-Abenteuer für die PlayStation 4. Es ist in keinster Weise mit dem beliebten Pokémon zu vergleichen, weil das Spielprinzip ein anderes ist. Ein Hauptpunkt ist natürlich das Sammeln und Entwickeln der digitalen Monster Digimon, doch steht in diesem Spiel die Story im Fokus. Die grandiose Geschichte mit Cyberverbrechen steht anderen Rollenspielen, wie Persona, .hack oder Final Fantasy, in nichts nach. Digimon Story Cyber Sleuth ist ein gutes Spiel, auch ohne die Digimon.

Story

Ihr habt die Wahl zwischen dem männlichen Charakter Takumi Aiba oder dem weiblichen Charakter Ami Aiba, die beide Anfänger-Hacker sind. Die Story unterscheidet sich nicht zwischen den beiden Charakteren, weswegen frei entschieden werden kann. In einem Chatroom erhält der Protagonist von einem seltsamen Fremden ein Gerät namens Digimon Capture. Damit sollen wir in der Lage sein, Digimon einzufangen und sich mit ihnen anzufreunden.

Die Digimon leben in der virtuellen Welt Eden, die Menschen physisch betreten können. Takumi erreicht die unterste Ebene von Eden und wird dort von einem Eater attackiert. Bei dem Angriff wird sein Körper zur Hälfte digitalisiert. Mit der Hilfe eines Digimons schafft er es, in die reale Welt zu entkommen. Von nun an kann der aufgrund der Halbdigitalisierung von jedem elektrischen Gerät Eden betreten.

Draußen trifft Takumi auf die Detektivin Kyoko, die sich auf Cyberverbrechen spezialisiert hat. Zusammen mit ihr und seinem neuen Digimon-Partner versuchen sie, dem wahren Täter hinter den Cyber-Angriffen auf die Spur zu kommen. Die Personen, die in der virtuellen Welt komplett digitalisiert wurden, liegen seitdem im Koma und haben keine Hoffnung auf Heilung. Die Zahl der Opfer wird immer größer. Die Lösung zur Heilung liegt in der virtuellen Welt und dort den Übeltäter zu stellen.

Die Story ist relativ dunkel gehalten: Sie dreht sich um Charaktere, die ins Koma fallen, weil sie nach Eden gegangen sind. Die Hintergrundgeschichten sind traurig, als auch tragisch. Insgesamt regt die tiefgründige Story zum Nachdenken an. Aber kleine Witze in den Dialogen lockern die ernste Atmosphäre häufig auf.

Digitaler Anfang

Zu Beginn hast Du die Wahl zwischen Palmon, Terriermon und Hagurumon. Alle restlichen Digimon findest Du draußen im Feld oder erhältst Du durch Evolution von anderen. Nach jedem Kampf erhöht sich die Datenfangrate. Sobald sie 100 % erreicht hat, kannst Du im Digi-Labor ein Digimon erscheinen lassen. Lässt Du die Rate 200 % erreichen, wird das Digimon sehr viel bessere Werte haben. So ist es jedem selber überlassen, ob man lieber viele Digimon oder wenig stärkere Digimon hat. Insgesamt gibt es 240 digitale Monster im Spiel.

In Cyber Sleuth muss man sich keine Sorge machen, alle Digimon zu trainieren. Durch die Kämpfe erhalten alle Digimon, die man mitführt und in der Digifarm, Erfahrungspunkte. Dadurch werden die gesammelten digitalen Monster schneller stärker, als man es überhaupt merkt. Hingegen zu Pokémon haben die Digimon mehrere Richtungen in die sie sich entwickeln können. In der Regel sind es mindestens drei. Interessant ist, dass sich Digimon zurückentwickeln können, um eine andere Richtung einzuschlagen. In Pokémon war eine Weiterentwicklung stets endgültig.

Durch die Entwicklung und Rückentwicklung beginnt das Digimon wieder auf Level 1. Level 1? Muss ich von vorne anfangen? Nein, die Digimon werden dadurch nicht schwächer. Die Werte bleiben gleich und können so immer weiter erhöht und maximiert werden.

Zudem haben die Digimon eine individuelle Persönlichkeit, die richtig genutzt werden sollte. Ein Digimon vom Anführer-Typ wird für Kämpfe eingesetzt, während ein Sucher-Typ für Ermittlungen zuständig ist. Für die Entwicklung von Items gibt es ebenfalls passende Digimon. Des Weiteren werden Evolutionen nur im Digi-Labor ausgeführt. Dadurch ist man gezwungen immer wieder hierher zurück zukehren. Positiv ist, dass das Digi-Labor leicht über jedes Telefon im Spiel erreicht werden kann.

In den Kämpfen nehmen bis zu drei Digimon teil. Um sich von neueren Action-Kampfsystemen abzuheben, liegt der Fokus wieder auf ein klassisches rundenbasiertes System. Wie in Persona bestimmt die Geschwindigkeit, wann wer an der Reihe ist. Bei sehr hoher Geschwindigkeit kann man sogar zwei- oder dreimal an der Reihe sein, bevor der Gegner seinen Zug machen kann.

Die Digimon erhalten Befehle, bei denen sie entweder angreifen, ihre Fähigkeiten einsetzen oder verteidigen. Wird Verteidigung genutzt, kommt das Digimon schneller wieder an die Reihe. Neben diesen Befehlen können Items genutzt oder ein anderes Monster eingewechselt werden.

Fazit

Digimon Story Cyber Sleuth bietet ein gutes klassisches Kampfsystem und viele Möglichkeiten, die Digimon zu trainieren und zu entwickeln. Gerade weil es so schnell geht, die Monster zu fangen und zu trainieren, merkt man gar nicht, wie viele Digimon man schon angehäuft hat. Es macht Spaß sich aus den ganzen Monstern ein individuelles Team zusammen zustellen. Die packende Story fesselt einen stundenlang vor die PlayStation 4 / Vita, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Besonders über das Ende werden sich viele Spieler freuen, wenn sie nach langer Spielzeit endlich alles erfahren.

Das Spiel ist zu empfehlen, wenn Ihr ein langes Rollenspiel mit einer guten Story sucht. JRPG-Fans sollten sich das Spiel auf keinen Fall entgehen lassen.

Pro Kontra
  • Tiefgründige interessante Story
  1. Typisches Rollenspiel
  • 240 digitale Monster
  1. Langweilige Nebenmissionen
  • Farbenfrohes Design der Umgebung & Charaktere
  1. Lineare Dungeon
  • Einfaches & gutes Kampfsystem
 

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