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Review zu Tales of Berseria

Tales of Berseria ist der 16. Teil der Reihe, die mittlerweile fast jährlich erscheint. Der neueste Teil vereint eine neue interessante Gruppe, die der Protagonistin helfen einen Typen zu töten. Natürlich helfen ihre Kameraden ihr gerne dabei. Zum ersten Mal gibt es in dem JRPG eine weibliche Heldin im Alleingang. Zuvor gab es entweder nur männliche Helden oder Heldinnen in Kombi mit einem Helden. Wie macht sich die dunkel angehauchte Story mit der weiblichen Protagonistin Velvet?

Die Geschichte beginnt mit Velvet Crowe und ihrem jüngerem Bruder Laphicet, die während eines Dämonenangriffs von ihrem Schwager Artorius gerettet werden. Artorius Frau bzw. die ältere Schwester von Velvet verliert mit ihrem ungeborenen Kind in der Nacht das Leben. Jahre später leben die drei zusammen. Velvet kümmert sich um ihren kränklichen Bruder und wird von Artorius in der Kampfkunst trainiert.

Der Frieden währte nicht lang, den die dämonische Nacht kehrte zurück. Velvet muss in dieser Nacht erleben, wie Artorius ihren Bruder Laphicet bei einem mystischen Ritual opfert. Als Velvet versucht sich zu wehren, wird sie in einen Dämon verwandelt und tötet die Dorfbewohner, bevor sie gefangen und ins Gefängnis geworfen wird. Hier beginnt die eigentliche Story. Nach drei Jahren versucht Velvet aus dem Gefängnis zu entkommen – mit dem Ziel Artorius zu töten.

Dunkles Zeitalter

Das Game ist relativ dunkel gehalten. Bei dem Versuch aus dem Gefängnis zu entkommen, befreit Velvet die anderen Insassen, um für eine Ablenkung zu sorgen. Während Velvet entkommt, werden die befreiten Insassen getötet. Auch ihre späteren Reisegefährten sind nicht von der fröhlichen Sorte – ein dämonischer Schwertkämpfer, eine sehr verrückte Hexe, ein verfluchter Pirat, ein Exorzist mit „anderen“ Zielen und ein junger Malakim, den Velvet wie ihren Bruder Laphicet nennt.

Malakim sind magische Wesen, die von Exorzisten genutzt werden, um gegen die mächtigen Dämonen zu kämpfen. Artorius hat in den drei Jahren eine Abtei aufgebaut, in der er Exorzisten mit Malakim erschafft. Natürlich für den Frieden der Welt. Velvet ist dies alles egal. Sie will ihn nur töten. Wer darauf hofft, dass die mit Hass und Rache erfüllte Velvet sich während der Story wandelt und für ein heldenhaftes Ziel kämpfen wird, wird überrascht werden. Zuviel wird nicht verraten, aber für ein „gutes“ Ziel werden Velvet und ihre Gruppe nicht kämpfen.

Berseria spielt in derselben Welt vom Vorgänger Zestiria, allerdings an einem anderen Schauplatz und in der Vergangenheit. Wenn ihr aufmerksam seid, werdet ihr die ein oder andere Anspielung zu Tales of Zestiria finden. Die größte „Anspielung“ ist Ednas Bruder Eizen, der sogar ein Gruppenmitglied wird.

Altes neues Gameplay

Die typischen Elemente aus den „Tales of“ Teilen sind wieder dabei. Während der Story tauchen oft optionale Gespräche unter den Gruppenmitgliedern auf, die eine interessante Sichtweise zu den Charakteren liefern sowie die Bindung zu ihnen verstärken. Das Linear Motion Battle System (LMBS) wurde freier gestaltet, sodass wir uns auf dem Feld freier bewegen und die Kamera steuern können.

Die Seelenanzeige bestimmt im Kampf wie viele Aktionen ein Charakter machen kann. Sie werden verbraucht, wenn Spezialangriffe (Mystic Artes) eingesetzt oder gegnerische Spezialangriffe geblockt werden. Wird die Schwäche des Gegners ausgenutzt oder zum richtigen Zeitpunkt ausgewichen, kann Anzeige wieder gefüllt werden. Zusätzlich gibt es weitere Leiste, bei denen Charaktere in die Gruppe eingetauscht werden können, wenn sie voll ist. Sinnvolles Einwechseln der Charaktere für zu starken Kombos und Regenerierung der Seelenanzeige.

Fähigkeiten werden über die Ausrüstungen gelernt. Jedes Ausrüstungsstück hat bestimmte Fähigkeiten, die permanent gelernt werden, wenn das Ausrüstungsstück gemeistert wurde. Durch Upgrades können die Ausrüstungen verbessert werden, um zusätzliche passive Fähigkeiten und Statuserhöhungen zu erhalten. Leider bekommen wir schneller neue und stärkere Ausrüstungen als, dass wir diese meistern können. Das komplexe Ausrüstungssystem hat einen Zufallsfaktor bei den Fähigkeiten, der nicht besonders Spaß macht.

Die Dungeon wirken eher leblos und haben wenig bis sehr leichte Rätsel. Dafür wurde das Kamera-Problem von Zestiria behoben. Neben der Hauptstory gibt es viele lustige Minispiele, Items zu sammeln, Rezepte zu kochen, Schätze zu finden, Nebenmissionen abzuschließen oder Hoverboards zu fahren. Bei den optionalen Inhalten stört das Reisen. Schnellreisen zu bestimmten Orten sind nur eingeschränkt möglich, sodass Backtracking ein großer Punkt ist.

Fazit

Insgesamt ist Tales of Berseria ein sehr gutes JRPG, welches einen guten Fokus auf eine dunkle Story mit interessanten Charakteren legt. Das Kampfsystem macht viel Spaß und bietet eine Herausforderung es gut zu meistern. Die optionalen Inhalte sorgen für Unterhaltung neben der düsteren Story und überschatten die leblosen Dungeon und das komplexe Ausrüstungssystem.

ProKontra
  • Sehr gute dunkle Story
  1. Ausrüstungen mit Fähigkeiten nicht optimal
  • Interessante Charaktere
  1. Beschränkte Schnellreise-Funktion
  • Traditionales JRPG
  1. Leblose Dungeon
  • Viele optionale Inhalte
 
  • Herausforderndes Kampfsystem
 

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